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Benzin war gestern, die Zukunft gehört der Elektromobilität

13'000 km / Jahr mit dem ST2
Man muss kein Freak sein, der Stromer macht einfach Spass

Ein Gespräch mit Rolf Menzi - passionierter Fahrer eines Stromers ST2
Freienstein, Februar 2016

Er war schon an der ersten Tour de Sol dabei, das war 1985. Rolf Menzi hatte damals noch Benzin im Blut, war fasziniert von der neu aufkommenden Elektromobilität. Das leise Lossurren gab ein neues, damals noch unbekanntes Gefühl der Fortbewegung, eine Art Leichtigkeit des Seins. Statt von PS sprach man von Kilowatt, die Sportlichkeit bestand nicht aus Boxenstopps an Tankstellen, sondern am daran Vorbeifahren. Am ersten Solarrennen, das von Romanshorn über Winterthur nach Genf führte, gewann das Solarfahrzeug alpha real des Automobilherstellers Mercedes.

Anfänglich war es die Technik, die interessierte, die offensichtlich noch ganz am Anfang stand. Rolf Menzi witterte schon damals das Potenzial, das darin steckte, Mercedes zeigte mit dem Projekt alpha real die Zukunftschancen der Elektromobilität auf. Aber auch in der Schweiz hat die erste Tour de Sol viele Techniker inspiriert. Einige der damaligen Pioniere führen heute erfolgreiche Firmen im Solar- und Elektrofahrzeugbereich. Zum Beispiel die Jenni Energietechnik oder die Brusa Elektronik AG, die für den Automobilbereich Leistungselektronik für namhafte Autohersteller produziert. Oder die Horlacher AG, die bereits 1986 mit dem Elektroflitzer MEV1 den Automobilherstellern die Zukunftsrichtung vorgab. Einer der Pioniere war damals auch Martin Kyburz, der inzwischen die Zustellung der Post revolutionierte. Seine gleichnamige Firma im zürcherischen Freienstein entwickelt und baut unter anderem für die Post die dreirädrigen Elektromotorräder. Diese Fahrzeuge kommen inzwischen auch in Deutschland, Norwegen und sogar Neuseeland zum Einsatz. Rolf Menzi, der hier in der Abteilung Entwicklung tätig ist, weiss, dass die Zukunft der Elektromobilität gehört. 

Mit dem Stromer ST2 sind mit einer Akkuladung Tagesetappen von 200 Kilometern problemlos zu bewältigen.

Vernunft, Spass und sogar Komfort müssen keine Gegensätze sein

Klar, er selbst sei ein Freak, in jeder Hinsicht, vielleicht sogar ein Spinner, der sich auch über die Gesamtdistanz eines Ironmans quäle, aber das müsse nichts heissen, wenn er die Vorzüge der Elektromobilität aufzeige. Man dürfe diesen Aspekt ruhig einmal ganz weglassen und nur über Spass reden oder die komfortablen Seiten betrachten. Ganz zuerst gelte es mit dem Vorurteil aufzuräumen, dass man sportlich trainiert sein müsse, um E-Bike zu fahren. 

Er pendle täglich eine Strecke von zweimal 25 Kilometern. Mit dem öffentlichen Verkehr schaffe er einen Weg nicht unter einer Stunde, komfortabel sei dies nicht, während der Rushhour kriege man oft nicht einmal einen Sitzplatz. Mit dem Auto benötige er für einen Weg ca. 45 Minuten, wohlverstanden ohne Stau. Mit dem Stromer sei er unabhängig, habe ebenfalls eine knappe Dreiviertelstunde, könne aber die Strecke auf den schönen Velowegen zurücklegen. Stressfrei wohlverstanden und selbst bei hochsommerlichen Temperaturen käme man mit einem Stromer frisch und munter an, man sei kein bisschen verschwitzt. Sport müsse man dabei auch nicht treiben. Die Gangart könne man selber wählen. Unsportliche oder faule Fahrer würden bei einer solchen Distanz vielleicht eine höhere motorische Unterstützung im Bordcomputer eingeben und dabei allenfalls auf einen Puls von 120 kommen. Er selbst kenne viele Geschäftsleute, die mit dem Stromer von Termin zu Termin fahren, im Anzug und mit Krawatte, Dossier und Laptop auf dem Gepäckträger. Das sei Komfort pur, man fahre Cabrio erster Klasse, stressfrei von Haustür zu Haustür.

Im Sommer 2016 wird Rolf Menzi bereits ein zweites Mal mit seinem Stromer ST2 an der Wave Trophy teilnehmen

Freude am Fahren ist mit einem Stromer auch umweltfreundlich

Rolf Menzi ist ein Naturmensch und setzt sich selbstredend auch aktiv für eine bessere Umwelt ein. Es sei aber überhaupt nicht so, dass er deshalb für die Elektromobilität missioniere, das sei nämlich gar nicht nötig, die Fakten würden ohnehin für sich selbst sprechen. Die Technologie zum Beispiel, sie sei effizienter, kostengünstiger und wirtschaftlicher als bei Verbrennungsmotoren. Wenn diese Technologie nun auch noch sauberer sei, wäre es doch nur eine Vernunftsache, sich für sie zu entscheiden. In der Freizeit zum Vergnügen einfach herumfahren, so wie man das in den 1970er Jahren mit dem Auto gemacht habe, sei heute mit einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor nicht mehr opportun. Anders sei dies jedoch, wenn man auf Elektromobilität setze. Mit dem Stromer mache er an Wochenenden öfters eine Mehrpässefahrt, da kämen locker an die 200 Kilometer zusammen. Das funktioniere mit einer einzigen Akkuladung, was er an Energie bergauf verbrauche, manchmal ein Drittel einer Ladung, oft auch mehr, rekuperiere man beim Bergabfahren durch die Bremsenergie grossteils wieder. Man brauche also gar nicht gross planen und rechnen, auch das sei ein Vorurteil, die Reichweite eines Akkus reiche selbst für eine Monsteretappe.

Rolf Menzi wird übrigens mit seinem Stromer ST2 im Juni dieses Jahres zum zweiten Mal an der Wave Trophy teilnehmen. Die grösste E-Mobil-Rallye wird 2016 bereits zum sechsten Mal durchgeführt. Der Start wird in Bremerhaven an der Nordsee sein und die Strecke über das Elsass in die Alpen führen. Der genaue Streckenverlauf wird erst noch bekanntgegeben. Geplant sind während der achttägigen Rallye Tagesetappen bis zu 250 Kilometer, die Teilnehmer fahren in den Kategorien E-Autos, E-Bike, Scooter oder Pedelec. 

 

Text: Thomas Gysin, Zürich
Bilder: Rolf Menzi, Freienstein

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