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Stromer und Solar Impulse:

Zwei Pioniere erobern die Welt

Acht geglückte Starts und acht sichere Landungen hat die Solar Impulse auf ihrer Weltumrundung inzwischen hinter sich. Acht Mal war Stromer dabei, hat den Riesenvogel auf die Reise geschickt, acht Mal sicher auf den Boden gebracht. Von Hawaii aus sind es nochmals fünf Etappen, bis zum Start/Ziel-Flughafen in Abu Dhabi. Im April geht die Weltreise weiter.

Ein Hello über Skype an unsere Freunde auf Hawaii

Knapp 20'000 km hat die Solar Impulse hinter sich, 254 Stunden und 58 Minuten war sie unterwegs, 35'000 km werden es nach der Weltumrundung sein. Geschafft haben wird diese Reise Solar Impulse ohne einen Tropfen Benzin, nur mit Solarenergie. Die Solar Impulse ist ein Hightech-Flieger mit imposanten Dimensionen. Die Spannweite entspricht derjenigen eines 747 Jumbo-Jet, dabei wiegt das Flugzeug aber nur gerade mal so viel wie ein Mittelklassewagen. Eine derartig extreme Leichtbaukonstruktion ist bei Start und Landung entsprechend fragil und benötigt eine Start- und Landehilfe, wie man sie auch in der Szene der Modellflieger kennt. Bei Start und Landung wird die Solar Impulse von zwei Stromer E-Bikes begleitet, deren Fahrer die Flügel in der langsamen Take-off- und Landephase stabilisieren, die Geschwindigkeit beträgt dabei bis zu 70 km/h.

Die Zukunft gehört der emissionsfreien Mobilität

Mit dem Projekt Solar Impulse wollen Bertrand Piccard und André Borschberg die Gesellschaft für die Notwendigkeit des Energiesparens und der Nutzung sowie Förderung erneuerbarer Energien sensibilisieren. Mit der Weltumrundung sollen die derzeit technischen Möglichkeiten aufgezeigt werden. Die Solar Impulse dient dazu als Kommunikationsplattform für technische, ökologische und ökonomische Wissenschaften. Ziel ist es, künftig umweltschonende Motorflugzeuge ohne Verbrauch fossiler Brennstoffe zu konstruieren.

Der Weg bis zur Realisierung dieser Vision ist nicht mehr weit. Allerdings ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, damit von der Politik die erforderliche Unterstützung beschleunigt wird und von der Wirtschaft die notwendigen Investitionen für Forschung und Entwicklung verstärkt werden, um emissionsfreie Technologien ökologisch und ökonomisch wettbewerbsfähig zu machen.

Im urbanen Raum hat das Umdenken bereits stattgefunden

In der urbanen Mobilität hat dieses Umdenken bereits stattgefunden. Begonnen haben damit der Öffentliche Verkehr, kommunale Dienstleister und schliesslich auch das Gewerbe: Für den Nahverkehr wurden anfänglich Fahrzeugflotten für umweltfreundliche, erneuerbare Brennstoffe umgebaut, heute setzt man auf gänzlich emissionsfreie Antriebskonzepte mit sauber erzeugter Elektrizität. Die Technik ist inzwischen soweit fortgeschritten, dass Fahrzeuge sowohl im gewerblichen als auch im individuellen Verkehr mit einer Akkuladung eine Distanz von 500 km fahren können.

Stromer und Solar Impulse
Stromer und Solar Impulse
Stromer und Solar Impulse
Stromer und Solar Impulse
Stromer und Solar Impulse
Stromer und Solar Impulse
Stromer und Solar Impulse
Stromer und Solar Impulse

Revolutionäre Fortschritte bei den E-Bikes

Längst vorbei ist die Zeit, als die ersten Velos mit Hilfsmotor und Batterie-Rucksack auftauchten. E-Bikes heissen sie heute, sie sind schnell geworden, sicher, zuverlässig - und schön! Und sie fahren mit einer Akkuladung sehr, sehr weit, ein Stromer ganze 180 km! Dazu sie sind enorm praktisch und multifunktional nutzbar: Als Kurierfahrzeuge transportieren sie locker eine halbe Tonne Zuladung oder man kann mit ihnen im Anzug von einem Business-Meeting zum nächsten fahren. In der urbanen Mobilität sind sie Teil des Systems geworden, erschliessen die letzte Meile, man spricht dabei von Distanzen zwischen zwei und zwanzig Kilometern. In diesem Bereich sind sie unschlagbar: komfortabler und zuverlässiger als herkömmliche Fahrzeuge des individuellen Verkehrs, schneller als öffentliche Verkehrsmittel. Ein E-Bike wie der Stromer ist heute technisch so ausgereift, dass damit jeder Anfänger locker die nächste Tour de Suisse gewinnen würde.

Vernetzte Think tanks beflügeln Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung benötigen enorm viel Ressourcen an Manpower und Investitionen. Um Entwicklungsprozesse zu beschleunigen und zu optimieren, ist es nur sinnvoll, wenn Think tanks verschiedenster Projekte zusammenarbeiten. So ist es auch bei Solar Impulse und Stromer. Man tauscht sich aus und profitiert so von den Erkenntnissen anderer. Bei der Weiterentwicklung geht es heute insbesondere um die Optimierung einzelner Komponenten wie Akkuleistung, Antriebseinheiten und der Vernetzung intelligenter Elektronik und Sensorik. So ist es nur selbstverständlich, dass bei dem Projekt "Exploration to change the World" Solar Impulse und Stromer mit einem Joint Venture gemeinsame Sache machen.

 

Text: Thomas Gysin, Zürich
Bilder: Solar Impulse

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